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Diagnose

Die Diagnosenstellung findet in mehreren Schritten statt und nimmt je nach Beschwerdebild und Vorgeschichte viel Zeit in Anspruch. Es kommt durchaus vor, dass sich die Diagnose erst nach einer gewissen Behandlungszeit genau stellen lässt.

Das Diagnosegespräch (die Befragung)

geht wie bei einer homöopathischen Anamnese ins Detail. Nicht nur die üblichen Fragen werden gestellt, auch Befindlichkeiten und Vorlieben werden abgefragt. Beispiele: wann und wo genau treten die Symptome auf, wodurch werden sie schlechter, wodurch besser? Welche Qualität haben die Beschwerden, findet Erleichterung statt durch Druck oder verstärkt Druck die Beschwerden (z.B. ein Gürtel oder eine enge Hose)? Gibt es Einflüsse durch das Wetter, die Tages- oder Nachtzeit, Wärme oder Kälte? Ist Durst überhaupt vorhanden oder gar verstärkt? Wie ist es mit dem Hungergefühl oder ist eher ein Völlegefühl vorliegend? Natürlich wird nach der Verdauung gefragt, der Neigung zu Schweißen, Schwindel, Augen- und Ohrensymptomen, dem Schlafverhalten, der Miktion (Wasserlassen) und bei Frauen nach dem Zyklus (regelmäßig oder unregelmäßig, kurz oder lang), Schmerzen bei der Regelblutung oder davor, Brustbeschwerden, z.B. vor der Periode, Blutfarbe, Blutmenge, Blutbeschaffenheit und vieles mehr, jeweils abhängig vom Beschwerdebild.


Die Betrachtung

Den allerersten Eindruck gewinnt die Behandlerin/der Behandler durch das Betrachten des Patienten. Hautfarbe, Hautbeschaffenheit, Glanz der Augen, Beschaffenheit der Nägel, Körperhaltung und vieles mehr helfen die Diagnose zu verbessern.


Das Hören und Riechen

bringt besonders bei Extremzuständen (starker Schweißgeruch, übler Mundgeruch...) zusätzliche Information über den Zustand und die Prognose des Patienten und eventuell über die notwendige Dauer der Behandlung.


Die Pulsdiagnostik

findet an beiden Unterarmen an jeweils drei Pulstaststellen oberflächlich und in der Tiefe statt. Das bedeutet, dass insgesamt 12 Pulstaststellen beurteilt werden. Die Pulsqualität gibt unter anderem Auskunft über Fülle- oder Leerezustände der verschiedenen Leitbahnen (Meridiane). Mit der Pulstastung wird während der Akupunktur die Wirkung der Nadeln überprüft.


Die Zungendiagnostik

ist von besonderer Bedeutung für die innere Medizin, d.h. die Behandlung mit Arzneimitteln. Sie gibt insbesondere Auskunft über den Säftezustand des Körpers.


Die Bauchdiagnostik

Das Betasten der Bauchdecke hilft die Symptome, die überall im Körper vorliegen können, den verschiedenen Funktionsbereichen und Leitbahnen (Meridianen) zuzuordnen. Bei der japanischen Meridiantherapie wird die Bauchdiagnostik zusätzlich durch die Pulsdiagnostik ergänzt. Beim Behandlungsverfahren nach Manaka wird während der Akupunktur mittels Bauchdeckenbetastung die Wirkung der Nadeln überprüft.


Sonstige und Labordiagnostik

Zusätzlich zum Diagnosegespräch und zur körperlichen Untersuchung wird in der Praxis auch Labordiagnostik angeboten. Alle technischen Diagnoseverfahren werden durch darauf spezialisierte Kolleginnen und Kollegen der sogenannten Schulmedizin abgedeckt. Im übrigen empfehle ich, dass alle Patienten für den Notfall in der Nähe ihrer Wohnungsadresse eine/n vertrauenswürdige Hausärztin/Hausarzt haben.